Entlang der südenglischen Küste

Von Alfriston zu den Seven Sisters

Zwischen Eastbourne und Brighton liegt das hübsche Städtchen Alfriston, wo wir zwei Tage auf einer riesigen „Camping“wiese verbringen. In Alfriston gibt es einige schöne alte Fachwerkhäuser, ein Marktkreuz, eine 700 Jahre alte Kirche mit großem Kirchhof und das Clergy House, eines der ältesten noch erhaltenen Wohnhäuser Englands.

Campingplatz Alfriston
Clergy-House aus dem 13. Jahrhundert

Die Durchgangsstraße ist so eng, dass es immer wieder zu langen Staus kommt – doch in einem solchen Fall warten die Engländer geduldig. Die Gassen, durch die wir radeln, sind entsprechend noch schmaler. 

Eine Radtour führt über schmale, wenig befahrene Straßen von Alfriston bis zum Birling Gap. Durch grün-weiß-gelbe Wiesen, über Bäche und an traumhaften reetgedeckten Fachwerk- oder Ziegel- und Schindelhäusern geht es zunächst zum Long Man of Wilmington. Der 70 Meter große, aufgrund freigelegter Kalkschichten wiederentdeckte große Mann ist eine wirklich nicht zu übersehende Erdzeichnung, die vermutlich im 16. Jahrhundert entstanden ist.

Long Man of Wilmington

Am Birling Gap stoßen wir auf den Küstenwanderweg, der die Seven Sisters miteinander verbindet. Hier sind viele Touristen unterwegs, doch der Wanderweg ist eher eine weite Wanderfläche, die wir mit den Fahrrädern gut befahren können und ihr bis zum Belle Tout Lighthouse folgen. Die Aussicht auf die Schwestern, die bis zu 170 Meter aufragenden weißen Kreidefelsen, ist atemberaubend.

Der Rückweg über Wiesen- Wanderwege ist etwas abenteuerlich, führt aber letztendlich doch wieder auf Straßen und zur Biene zurück.

Brighton

Nur wenige Kilometer weiter westlich liegt Brighton, das berühmteste Seebad Englands. Wir parken 24 Stunden für unglaubliche 23£ auf einem schlichten Parkplatz am Kai fußläufig zum Palace Pier.  Die morbide, heute nur noch zu erahnende ehemalige Eleganz der Stadt wird gleich hinter dem Parkplatz an von verrosteten Eisengittern abgetrennten Arkaden sichtbar. Die großen, alten Hotels wirken etwas morbide, sind zum Teil renovierungsbedürftig oder sind zwecks Renovierungsarbeiten verhangen.

Parkplatz in Brighton
Brighton, Strandpromenade

Der Brighton Palace Pier teilt die Strandpromenade in zwei Hälften, der Kiesstrand zieht sich über mehrere Meilen. Diese Seebrücke ist 530m lang und wurde 1899 erbaut. Sie muss jedes Jahr neu gestrichen werden, allein dies dauert drei Monate. Auf dem Pier befindet sich in Ufernähe eine Spielhölle mit unzähligen board games und einarmigen Banditen, am Ende ist eine Dauerkirmes mit diversen Fahrgeschäfte aufgebaut. Dazwischen gibt es etliche Gaststätten und Imbissstände.

Brighton hat eine lebendige alternative Szene und gilt als die Schwulen- und Lesbenhauptstadt des UK. Wir wandern durch die Urzelle der Stadt, die verkehrsberuhigten Lanes. Hier reihen sich farbig gestaltete Läden mit Kunst, Restaurants und Cafés, Secondhandkleidung, Kleidung für Drag Queens und viel Kreatives und Interessantes aneinander.

Nach so viel Buntem geht es nun in die königlichen Ecken: Zum Royal Pavilion, den der Prince of Whales, späterer König George IV, 1805 zu einem prunkvollen Palast ausbauen ließ. In der Nähe stehen heute auch noble Wohn- und Geschäftshäuser.

Nach einer halben Stadtrundfahrt mit dem Doppeldeckerbus – es war die letzte Runde – schlafen wir mit Blick auf die beleuchtete Hafenpromenade.

Am 31. Mai sehen wir an der Ausfallstraße aus Brighton in Richtung Westen noch riesige Hotelbauten aus vergangenen Zeiten, Wasserschianlagen und Lagunen mit SUP- Betrieb neben Industrieanlagen.

Arundel

Die Fahrt über Shoreham-by-Sea und dann über die A27 bis Arundel ist anstrengend. Englische Autofahrer*innen fahren recht vorsichtig auf schmalen Straßen, nutzen aber breitere, autobahnähnliche Straßen gerne zum Rasen. Engstellen sind sehr oft mit SLOW beschriftet, und am Rand anhalten kann man fast nirgendwo. Vielfach sind Straßen auch unübersichtlich wegen der nicht gemähten Randstreifen und Hecken, und viele Schlaglöcher zieren insbesondere den Straßenrand.

Wir sind froh, nach etwa 40 Kilometern in Arundel anzukommen und legen hier eine Pause ein. Die Besichtigung des frühmittelalterlichen Arundel Castle verschieben wir auf die nächste starke Rentenerhöhung, stattdessen spazieren wir rundherum und durch den hübschen Ort und setzen schließlich die weiterhin sehr anstrengende Fahrt fort.

Im Ort Arundel

Bei Chichester übernachten wir in Ermangelung eines gut gelegenen und bezahlbaren Camping-/Stellplatzes am Straßenrand einer Sackgasse zum Fishbourne Channel. Schöne und ruhige Freisteh-Plätze gibt es hier im Süden Englands fast gar nicht. Parkplätze sind fast immer höhenbegrenzt, Straßen zu schmal, um am Rande stehen zu bleiben, und Abfahrten und Gassen führen stets zu Cottages. An dieser Stelle haben wir Glück, die Straße ist breit genug.

Anderntags geht es weiter an Southhampton und Bournemouth vorbei auf Straßen, die manchmal autobahnähnlich und zweispurig ausgebaut sind, aber immer wieder einspurig geführt werden und in Kreisverkehre einmünden. Das Verkehrsaufkommen ist sehr hoch, und der Verkehr staut und stockt immer wieder. Es ist sehr ermüdend, in England Auto zu fahren – der Verkehr ist auf den breiteren Straßen sehr viel dichter als in Deutschland!

Die Küste bei Branscombe

Auf der Coombe View Farm Campsite bei Branscombe bleiben wie zwei Nächte. Eine grüne Wiese, Duschen im Container, das alles für umgerechnet etwa 29€ pro Nacht.

Von hier aus erkunden wir die Küstenregion von Branscombe über Sidmouth bis Budleigh Salterton mit den Fahrrädern. Was für eine grün-saftige, bunt gefleckte, extrem buckelige Gegend! Selbst unmittelbar an der Küste fährt man stetig extrem steil auf und ab. Die Sträßchen sind so schmal, dass man immer wieder in Ausweichbuchten anhalten muss, um Autos vorbeifahren zu lassen – oder umgekehrt.

Blick auf Sidmouth

In den Dörfern stehen immer wieder Cottages aus Stein oder Fachwerk mit Reetdächern, die Kirchen wirken wie wehrhafte Burgen. In Sidmouth erinnert uns die Straßenführung durch den Fluss an Marokko – nur dass hier Wasser fließt.

In Budleigh Salterton genießen Einheimische und überwiegend englische Tourist*innen die Sonne am Kiesstrand in mitgebrachten Liegestühlen und auf Handtüchern; einige gehen bei 14 Grad Wassertemperatur baden, viele sind mit dem SUP auf dem Wasser.

Auf dem Rückweg begegnet uns ein einheimisches Lehrer*innenpaar. Wir kommen ins Gespräch und bekommen etliche gute Tipps für die Weiterfahrt. Immer wieder sind wir angetan von der offenen und herzlichen Freundlichkeit der Menschen hier! Anderntags fahren wir auf der Suche nach einer Bäckerei mit den Fahrrädern falsch herum in eine Einbahnstraße. Ein Herr weist uns darauf hin, dass dies eine Einbahnstraße ist. Ich erkläre ihm, dass wir eine Bäckerei suchen, und er bemüht sich sofort, uns den Weg zu erklären. Zum Schluss verabschiedet er sich mit: Seid vorsichtig, wenn ich hier weiter fahrt!

Ein paar Tage später in Dartmouth weist uns ein Beamter, der die Parktickets kontrolliert, darauf hin, dass wir eine Straße weiter umsonst auch über Nacht stehen könnten ohne zu bezahlen. Mit jedem und jeder kann man ein kleines oder auch längeres Gespräch führen – ein Vorteil, weil man zumindest die englische Sprache noch etwas beherrscht.

Bei Exeter

Vom 3. bis zum 6. Juni sind wir auf einem luxuriösen Campingplatz in Cofton nahe der Mündung des River Exe zu Gast. Hier gibt es Innen- und Außenpools, ein Fitness- Studio und Elektrizität sowie saubere, große Duschräume für 30£  die Nacht – das ist nur unwesentlich mehr als die Plätze auf den grünen Wiesen zuvor.

Bei einer kleiner Orientierungstour erkunden wir die Küste südlich des Ortes mit Dawlish und Teignmouth.

Auf dem Rückweg radeln wir auf dem Küstenweg für Fußgänger und müssen eine schwierige schmale Treppe passieren, haben aber eine schöne Aussicht aufs Meer.

Der Ausflug am 5. Juni rund um den River Exe beginnt mit einer planerischen und praktisch kaum zu bewältigenden Meisterleistung: Der in der Karte verzeichnete Hauptradweg führt über eine Brücke mit etwa 20 steilen Stufen nach oben und auf der anderen Seite wieder hinunter. Gut, dass wir zu zweit sind! Umgehen können wir diese Überführung nicht, da dahinter die kleine Fähre über die Exe abfährt.

Das erste Ziel der Tour ist nicht weit entfernt. Bei Exmouth liegt À la Ronde, ein im Hauptgeschoß 16eckiges Haus. Es wurde für die Kusinen Jane und Mary Parminter im späten 18. Jahrhundert gebaut, nachdem diese ihre Europareise beendet hatten. Das Haus beinhaltet eine Menge Sammelobjekte ihrer Reisen und die originale Einrichtung. Das obere, nunmehr achteckige Dachgeschoß mit der Muschelgalerie als Kuppel wurde erst später aufgesetzt. Von hier aus hat man eine spektakuläre Aussicht durch die teils dreieckig gestalteten Fenster auf den Fluss.

Es ist interessant, wie jeder noch so kleine Winkel dieses Hauses ausgenutzt wurde! Wir freuen uns, einmal mehr 10£ Eintritt pro Person gespart zu haben aufgrund der Mitgliedschaft im „Kulturerbe Bayern“.

Aussicht vom Haus auf den River Exe

Am River Exe entlang sind es noch etwa 18 Kilometer bis Exeter, einer wenig beeindruckenden Stadt – bis auf die phantastische Kathedrale. Rund um die Kathedrale liegen und sitzen meist jüngere Menschen auf dem Rasen in der Sonne – so, wie es hier üblich ist.

Der Bau begann als romanische Kirche 1114. Die beiden noch erhaltenen Türme liegen in der Mitte der Kirche. Die beiden riesigen angebauten Kirchenschiffe entstammen zwei Bauphasen im 13./14. Jahrhundert und sind im gotischen Stil erschaffen.

Auf dem Rückweg radeln wir am rechten Ufer des Flusses entlang zurück.

Morgen geht es weiter in Richtung Dartmouth.

Sommerreise nach England 2024

In Brügge

Am 22. Mai fahren wir nach Brügge, der Hauptstadt Westflanderns im Nordwesten Belgiens. Auf dem stadtnahen Stellplatz gibt es noch einen freien Platz – für 30€ pro Nacht. Nicht billig, aber schön am Kanal gelegen und nur fünf Minuten Gehweg bis in die Innenstadt.

Dass Brügge im späten Mittelalter eine der wirtschaftlich und kulturell reichsten Städte des damaligen Europas war ist noch heute an den gut erhaltenen bzw. restaurierten prachtvollen Bauwerken innerhalb der Stadtmauern zu erkennen. Die Altstadt wird von Wallanlagen umgeben und von Kanälen durchzogen. Sie gehört seit dem Jahr 2000 zum UNESCO- Kulturerbe. 

Zwei Tage bleiben wir in Brügge, erkunden die Stadt zu Fuß und die Umgebung mit den Fahrrädern.

Belfort am Markt
Brügge

Erste Tage in England

Am 24. Mai setzen wir mit der Fähre von Calais nach Dover über. Da wir wegen Planungsunsicherheiten nicht vorzeitig gebucht haben, müssen wir nun gut 200€ für die einfache, 90 Minuten währende Fahrt bezahlen – kein Schnäppchen.

Vom Schiff aus haben wir bei sonnigem Wetter einen wunderbaren Blick auf die White Cliffs von Dover.

Noch etwas merkwürdig, aber einfacher als gedacht ist das Linksfahren; wir erinnern uns bei jedem Kreisverkehr gegenseitig an die ungewohnte Richtung. Und es gibt offenbar viele Kreisel in England! Nur eine Stunde dauert es bis zum ersten Ziel nahe Swingfield in Kent, der Chequers Caravan Campsite. Freundlich werden wir empfangen und einem Platz auf der großen Wiese zugewiesen. Das Grauwasser sollen wir, wie hier oft üblich, in die Wiese sickern lassen, Trinkwasser und Toiletten sind vorhanden. Außer unserem Camper gibt es hier nur wenige Wohnmobile, aber mehrere Wohnwagen –  anscheinend fahren viele Briten lieber mit PKW und Wohnwagen in den Urlaub.

Das Wetter ist sonnig und recht warm, deswegen machen wir gleich am nächsten Tag eine Radtour. Über meist schmale, heckengesäumte Straßen geht es zunächst nach Dover Castle. Der Eintrittspreis beträgt horrende 39£ pro Person – da schauen wir lieber nur von außen auf die riesige Burganlage.

In der Stadt Dover radeln wir um die St. Marys Church, holen Geld, kaufen etwas Gemüse und besuchen den nicht besonders attraktiven Market Square.

Am Hafen rasten wir in der Sonne und schauen den an- und abfahrenden Fähren, vor Allem aber den offenbar völlig kälteunempfindlichen Engländer*innen beim Baden zu. Bei 17 Grad Lufttemperatur und 13 Grad Wassertemperatur gerät man da als Mitteleuropäer*in ins Staunen.

Auf den Klippen von Dover geht es weiter, bis wir in Kingsdown wieder nahe ans Meer mit seinem blumenüberwucherten Kiesstrand kommen. Auch hier gibt es – neben der wilden Blumenpracht – in bunte Bademäntel gewickelte Engländerinnen zu bestaunen, die gerade ins oder aus dem Meer steigen. Auf meine Frage, ob es nicht kalt sei, antworten sie amüsiert: Nur beim Hineingehen, danach nicht mehr.

In Deal stehen hübsche Ferienquartiere direkt am Strand. Hier biegen wir wieder ins Inland ab, vorbei an der St. Martin´s Church in Great Mongeham, über schmale, nur für den Radverkehr und Fußgänger zugelassene, blumengesäumte Wege. Randstreifen mit hohem Gras und wild blühenden Blumen gibt es hier zuhauf, das sieht wunderschön aus, verhindert allerdings das Fahren am Rand und die gute Sicht auf die Straße.

Die nähere Umgebung um den Campingplatz herum erkunden wir am nächsten Tag bei einer kleinen Wanderung, bevor es weitergeht nach Rye.

In Rye

Nur etwa 40 Kilometer weiter südwestlich liegt Rye, ein hübsches kleines Städtchen mit blumengeschmückten Fachwerk- und Ziegelhäusern. Rye war im Mittelalter ein wichtiger Militärstützpunkt und wurde viermal von den Franzosen überfallen und geplündert. Im 16. Jahrhundert versandete der Hafen, und erst in den letzten Jahrzehnten hat der Tourismus die Stadt wieder entdeckt.

Vom großen Parkplatz am Bahnhof – für 2,50£ für 24 Stunden sehr preiswert – spazieren wir durch die schmalen Straßen bis zur St. Mary´s Church.

Auf dem Kirchhof stehen hunderte schiefer, verwitterter Grabsteine aus vergangenen Zeiten, deren Inschriften kaum noch zu entziffern sind. Wenn man im Tower der Kirche über extrem schmale Gänge und Treppen nach oben klettert, kann man das Uhrwerk aus dem 16. Jahrhundert und das Läutwerk bewundern. Von ganz oben bietet sich den Besucher*innen eine schöne Aussicht auf die Flüsse Rother und Brede, die das Städtchen begrenzen, sowie auf die Ziegeldächer der Stadt und den Ypres Tower.

Die Überreste der Burg, der „Ypres Tower“ mit vier runden Türmen, liegt auf dem weiteren Weg zur Mermaid Street, der wohl bekanntesten Straße in Rye.

Das „Mermaid Inn“ datiert aus dem Jahr 1420, gegenüber nennt sich das Haus „The House Opposite“. Ebenfalls aus dieser Zeit stammt das alte Hospital. Die meisten Häuser in der Altstadt von Rye haben noch einfach verglaste Fenster, manche sind original bleiverglast. Viele wirken auf die Betrachterin, als seien sie im Zustand der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts belassen worden: charmant, morbide und auch energietechnisch ein bisschen aus der Zeit gefallen.

The Old Hospital

Die meisten Häuser haben einen Namen, und die Straßenschilder sind hier – wie überall bisher – groß und gut sichtbar angebracht oder aufgestellt.

Mittlerweile drängen sich Touristen auf den schmalen Gehwegen der High Street, und nachdem wir einige der ausgefallenen Geschäfte besucht haben, verlassen wir Rye durch das einzig verbliebene Stadttor wieder.

Landsgate in Rye

Bodiam Castle

In der Nähe des Bodiam Castle finden wir einen „Campingplatz“ auf der riesigen Wiese einer Farm – als einzige Camper. Neben Wasser scheint es hier nichts zu geben; gegen Abend kommt der Farmer vorbei, um 20£ abzuholen.

Am Morgen des 28. Mai ist es regnerisch. Das hält uns nicht davon ab, einen Spaziergang zum Bodiam Castle in der Nähe zu machen. Eindrucksvoll ragt die riesige Wasserburg auf. 1385 wurde sie erbaut, um das Hinterland von Hastings zu sichern. Im 17. Jahrhundert wurde sie zerstört, im 20. Jahrhundert ließ Lord Curzon die äußeren Mauern der Anlage restaurieren und vermachte sie dem National Trust.

Beim Besuch der Burgruine können wir erstmals genießen, eine Mitgliedschaft beim Verein „Bayrisches Kulturerbe“ abgeschlossen zu haben. Dieser Verein kooperiert – unter Anderem – mit dem National Trust, der in England viele Denkmäler und Gärten verwaltet. So müssen wir keinen Eintritt bezahlen und sparen 24,40£.

Über breitere, schmale und sehr schmale, heckenbestandene Straßen mit tiefen Löchern im Asphalt fahren wir zum nächsten Ausgangspunkt für weitere Entdeckungen.

Im südlichsten Zipfel Spaniens und in den Weißen Dörfern

In Tarifa

Am 6. Februar reisen wir wieder in Spanien ein. Da es schon spät ist, übernachten wir am Hafen von Ceuta und fahren am folgenden Tag weiter nach Tarifa, dem südlichsten Punkt des spanischen Festlandes. Auf dem städtischen Wohnmobil-Stellplatz treffen wir die Luxemburger Reisefreunde wieder.

In den nächsten Tagen warten wir gemeinsam den Regen und Sturm ab – und der kommt gewaltig. Fünf Tage bleiben wir hier. Der Platz ist zwar lehmig und voller Pfützen, doch in Gesellschaft von Freunden lässt es sich gut aushalten, und mit 8€ inclusive Wasser und Abwasser ist der Platz preiswert und nah am Strand gelegen.

Die kurzen Regenpausen nutzen wir für einen Strandspaziergang oder den schnellen Gang zum Einkaufen, Wäsche waschen oder Essen gehen. Eine längere Regenpause erlaubt eine kurze Radtour auf der nahen Strandstraße nach Westen und später durch Tarifa, welches eine hübsche Altstadt mit dem gewissen „Surfer-Flair“ mit interessanten Cafés, veganem Restaurant und Bioläden hat. Denn: Surfer, oder besser Kiter, gibt es hier unglaublich viele.

Bei einem zweiten Strandspaziergang ist der Strand bis zu den Stegen überspült. Wir schauen zu, wie geschätzt mindestens 200 Kiter auf der Lagune und dem offenen Meer den starken Wind nutzen. Wie viele bunte Schmetterlinge segeln die Kites in der Luft, erstaunlich, dass sich die Schnüre nicht verheddern!

Barbate

In Tarifa und an den Stränden in der Nähe parken die wenigsten Wohnmobile auf dem Stellplatz. Hunderte von Campern aus allen erdenklichen Ländern, viele davon mit Surf- und Kite- Equipment, parken auf den zahlreichen Plätzen in der Stadt und an den Stränden weiter westlich. Hier werden sie offenbar im Winter geduldet, für den Sommer gibt es Höhenbegrenzungsschranken.

In den Ferienorten weiter westlich darf kein Camper mehr parken, stellen wir fest, als die Reise weitergeht. Eigentlich wollen wir in Bolonia oder Zahara an der Küste stehen, doch die offiziellen Plätze sind alle geschlossen – und die Parkplätze sind alle mit einer Schranke auf 2,20m Höhe begrenzt. Schade – diese Orte sind ausgesprochen hübsch.

In Barbate findet sich schließlich ein Stellplatz am Yachthafen, heute sogar kostenlos, da die Schranke am Eingang kaputt ist. Der Platz ist groß und asphaltiert – nicht gemütlich, aber gut gelegen. Zum Strand sind es nur 200m, und zum Radweg EV8 nur 100m.

Von hier aus erkunden wir mit dem Rad auf dem teilweise gut ausgebauten Europaradweg die Küste nach Südosten.

Die Sonne kommt immer stärker hinter den Wolken hervor, und schon bald wird es warm. Am Cabo Plata verteilen sich luxuriöse Bungalows großzügig in Palmengärten oder direkt an der Sand- und Felsenküste. 

Wenn auch nicht so luxuriös und großzügig, so ist der Küstenort Zahara zumindest höchstens 4stöckig und meist mit geschmackvollen neuen Ferienanlagen bebaut. Die Straße führt auch nicht, wie oft an der spanischen Küste, direkt am Meer entlang, so dass sich hier bestimmt ruhige Urlaubstage verbringen lassen.

Hinter dem Faro de Camarinal geht es steil hinauf in Steineichen- und Felsformationen, bevor der Blick auf die große Düne von Bolonia fällt.

große Düne bei Bolonia

Auf der 2. Radtour führt der EV8 mit seinem grünen Band bis nach Conil. Allerdings verläuft er immer an der Straße entlang – was offenbar Sinn macht, denn der Abstecher in Richtung Meer verläuft wortwörtlich im Matsch und im Sande. Zwei Kilometer Schiebestrecke, dann geht es wieder über den Radweg bis Conil, einer weiß leuchtenden Stadt mit breiter Strandpromenade und großem Sandstrand.

Nach dem erneuten Wiedersehen mit den Luxemburger Reisefreunden auf dem Stellplatz in Barbate setzen wir am 15. Februar  die Reise nach Cadiz fort. Aufgrund der spektakulären Lage der Stadt fährt man über eine etwa 4 Kilometer lange sehr schmale Landzunge bis in die Stadt hinein. Nach weiteren 6 Kilometern durch die übervolle Stadt erreichen wir den einzigen Parkplatz, auf dem Wohnmobile parken dürfen – nur um festzustellen, dass hier und heute nur noch spanische Camper eingelassen werden. Gerne hätten wir uns die älteste Stadt Spaniens angesehen! Nach kurzem Ärger beschließen wir, die dicht besiedelte und von Campern überfüllte Küste hinter uns zu lassen.

Von Arcos de la Frontera in die Sierra de Grazalema

Gut 60 Kilometer weiter nordöstlich stoßen wir auf Pepes Farm, ein großer, familiärer Stellplatz bei Algar hoch über dem Embalse de Guadalcacin. Wie freuen wir uns über die grüne und saftige Umgebung! Die kleinen Wiesenblumen leuchten in Gelb, Weiß und Rosé zwischen all den frühlingshaften hellen Grüntönen! Wir bleiben ein paar Nächte und genießen Ausblicke, Ruhe, Natur und feine kleine Straßen.

ein Morgen auf der Farm

Welche Freude ist es, wieder Rad fahren zu können! Auf einer ersten Tour erkunden wir den Nordosten bis nach El Bosque und zum Schluss die kleine Stadt Algar. Die Sonne vertreibt die Regenwolken, und wir schwitzen die steilen Berge hinauf, nur um ein paar hundert Meter weiter wieder genauso steil bergab zu rollen.

Anderntags erkunden wir zunächst die Stadt Arcos de la Frontera. Arcos ist der Hauptort der Weißen Dörfer, von denen wir in den nächsten Tagen noch mehrere ansehen wollen. Oben auf dem Felsen, hoch über dem Fluss Guadalete, liegt die Altstadt mit dem zur Zeit eingerüsteten Palast der Herzöge von Arcos und der Baustelle des Plaza del Cabildo – beides ist leider zur Zeit nicht zugänglich. Die Basilika Menor de Santa Maria de la Asuncion und die Iglesia de San Pedro liegen ebenso auf dem Bergrücken wie einige schöne Bürgerhäuser und – natürlich – verschiedene Aussichtspunkte.

Arcos de la Frontera

Nach dem Stadtbesuch radeln wir um den Stausee Guadalcacin, der, wie viele Stauseen in Andalusien, nur noch zu etwa einem Drittel gefüllt ist. In vielen Nebenarmen befindet schon seit Jahren kein Wasser mehr, der Bewuchs breitet sich aus. Die Regenarmut ist hier besonders sichtbar, obwohl das Land zur Zeit grünt und blüht.

Da oben auf dem Berg steht Biene!

Nach den ruhigen Tagen auf der Farm wollen wir Neues entdecken, die Weißen Dörfer stehen auf dem Plan ganz oben. Der Ort Grazalema ist eines der Weißen Dörfer. Typisch dafür sind weiß gestrichene Häuser in engen, am Berghang liegenden Gassen. Grazalema liegt inmitten des Naturparks Sierra da Grazalema auf knapp 900m Höhe und weist – laut Wikipedia – die mit Abstand höchste jährliche Niederschlagsmenge Spaniens auf (schon wenige Kilometer weiter herrscht wiederum Regenarmut). Wir haben schon wieder Glück: Die Sonne scheint, es herrschen Temperaturen von etwa 20 Grad. Oberhalb des für den Wandertourismus bekannten Ortes liegt ein Parkplatz, von dem aus man hinunter in den Ort laufen und diesen erkunden kann.

Mit seinen kleinen Kirchen, der großen, belebten Placa de Espana vor der Kirche Nuestra Senhora de la Aurora, dem Denkmal Toro de Cuerda, den hübschen alten Trinkwasserbrunnen und den auffällig gestalteten Eingangstüren in vielen der weißen Häuser wirkt der Ort einladend und gemütlich.

Viele Wandertouren sind von hier aus möglich, wir ziehen dem Wandern per Pedes allerdings das Radwandern vor.

Hinunter zum Embalse de Zahara führt die serpentinenreiche Route, beständig sanft bergab durch grüne Wiesen und Steineichenwälder und an zahlreichen Olivenhainen vorbei – natürlich immer mit schönen Ausblicken.

Nur im nördlichen Teil des Embalse de Zahara ist noch Wasser

Der Fluss Guadalete verbreitert sich hier zum Stausee, doch dieser ist, wie die meisten andalusischen Stausee, kaum noch wasserführend. Am in weiten Teilen vollständig wasserleeren See vorbei radeln wir nach Zahara de la Sierra, einem weiteren Weißen Dorf. Von hier aus sieht man zuerst die „Rückseite“ des Ortes, von der Staumauer aus gesehen liegt das Dorf am Hang des Berges. Strahlend weiß heben sich auch hier die Häuser vom Bergrücken und der grünen Umgebung ab, hoch darüber erheben sich die Überreste einer maurischen Burg. Oben im Ort erradeln wir Sträßchen und Gassen.

Blick auf Zahara von der Staumauer aus

Auf dem Rückweg müssen wir den 1357m hohen Pass Puerto de Las Palomas erklimmen. Eine tolle Strecke, die in unglaublich vielen großen Kurven bergauf führt. Vom Pass aus ist es nicht mehr weit zurück zum Parkplatz. Im Abendlicht zeigt sich Grazalema noch einmal von seiner schönsten Seite.

Grazalema

Noch am Abend setzen wir den Weg durch die Weißen Dörfer mit Biene fort. In Olvera gibt es einen Stellplatz am alten Bahnhof, an dem keine Züge mehr verkehren und nun ein Bahnradweg die Via Verde da la Sierra, beginnt. Olvera ist eine kleine Stadt an der Ruta de los Pueblos Blancos und liegt wiederum auf einem Berg, auf dem hoch oben die Überreste einer Burgruine sowie eine Kirche thronen. Diese Bergkuppe wird, wie in Grazalema und Zahara, von weiß getünchten Häuserreihen umgeben.

Nach Setenil de las Bodegas führt eine wenig befahrene schmale Straße, die wir am nächsten Tag nutzen, um ein weiteres Weißes Dorf mit dem Fahrrad zu besuchen. Die Mandelbäume blühen, auf den hellgrün leuchtenden Wiesen sprießen die Frühlingsblumen – es ist ein großes Glück, hier im Süden zu sein!

Blick auf Olvera

Setenil ist wegen seiner unter einen Felsüberhang gebauten, schmalen Häuser eines der bekanntesten Weißen Dörfer. Bei dem Abstieg über die Treppen der Calle Herreria wirken diese Felsen sehr imposant. Das wissen auch viele Touristen – wir sind bei Weitem nicht die einzigen Besucher.

Von der ehemaligen Burg ist nur noch ein erneuerter Bergfried erhalten, bis zu dessen Fuß wir hinaufsteigen und über den Ort blicken. Auf dem Rückweg entdecken wir weitere, neuere Häuser, die unter von einem Fluss ausgewaschenen Felsüberhänge gebaut sind.

Ein Highlight ist der letzte Tag, den Biene auf dem Stellplatz in Olvera verbringt: Es geht mit dem Fahrrad auf der Via Verde de la Sierra über 36 Kilometer bis nach Puerto Serrano. Auf dieser Strecke werden 30 (in Worten: dreißig!) Tunnel durchfahren – zwischen 30 und etwa 1000m sind sie lang, die kürzeren unbeleuchtet, die längeren beleuchtet. Dazwischen liegt eine wunderschöne, stille, hügelige, teils felsige Landschaft. Hoch über den Felsen kreist eine Kolonie Gänsegeier. Kein Auto darf hier fahren. Zurück fahren wir denselben Weg, bis wir erschöpft wieder am Camper ankommen.

Von Olvera aus müssen wir zügig nach Deutschland zurückreisen – etwas früher als ursprünglich geplant, aber um eine Menge absolut beeindruckende Erlebnisse reicher.

Resumée der Marokko- Reise

Viel haben wir gesehen in Marokko und viel erlebt. Fast 4000 Kilometer sind wir gefahren. Und doch gibt es sicher noch viel mehr, was wir hätten besuchen können!

Vom Fährhafen Ceuta aus sind wir über Chefchaouen in den Mittleren Atlas gefahren. Nach Süden ging es weiter bis in die Wüstenregion des Erg Chebbi. Danach haben wir die Schluchten des Dades und der Todra besucht und sind nach Westen bis Ait Ben Haddou gereist. Von dort führte die Route über Ouazarzate und Agdz und durch das Draa-Tal weiter nach Süden und an der großen Steinwüstenregion des Erg Chegaga vorbei schließlich nach Westen. Über den Antiatlas hinweg sind wir nach Tafraoute gereist. Diese Region haben wir ausführlicher erkundet, sie hat uns besonders gut gefallen. Von hier aus ging es weiter an den südlicheren Atlantik, dann über Taroudannt und den Hohen Atlas mit den erschreckenden Schäden durch das Erdbeben bis nach Marrakesch. Von Marrakesch führte die Reise wieder an den Atlantik nach Essaouira und am nördlichen Atlantik zurück bis Larache. Von dort aus sind wir quer durch die Hügel Nordmarokkos nach Tetouan und wieder bis zum Fährhafen Ceuta gereist.

Als positiv haben wir empfunden

  • die herzliche und freundliche Art der Marokkaner*innen, insbesondere der Frauen, Mädchen und älteren Männer
  • die ausgesprochen schönen und interessanten Landschaften und Schluchten, die uns im Norden, vor Allem dann im Antiatlas und im Hohen Atlas, aber auch im Erg Chebbi und im Mittleren Atlas begeistert haben
  • die preiswerten Stell- und Campingplätze, die zwar nicht europäischem Standard entsprechen, für uns aber völlig ausreichend waren
  • die Diesel- und Lebensmittelpreise
  • das warme, sonnige Wetter: In acht Wochen hatten wir sehr selten einen bewölkten Himmel und praktisch keinen Regen
  • die zahlreichen Eindrücke in eine für uns doch sehr fremde Kultur
  • die interessanten Gebäude insbesondere im Süden, die auf eine uns fremde Weise gebaut wurden, und die Medinas, in denen man unendlich viel sehen und kaufen kann
  • der freundliche und entspannte Umgang auf der Straße (insbesondere für Tom als Haupt-Fahrer)
  • die ausgesprochen guten Internetverbindungen fast überall
  • die schönen, ruhigen Plätze im Inland, wo Freistehen möglich war
  • die freundlichen Polizisten bei (Geschwindigkeits-)kontrollen
  • die im ganzen Land gefühlte Sicherheit

Als negativ haben wir empfunden:

  • die unglaublichen Müllmengen insbesondere immer dort, wo viele Menschen wohnen oder etwas verkaufen – Müllabfuhren scheint es außer im Norden Marokkos an der Mittelmeerküste nicht zu geben
  • die hiermit verbundene Vernachlässigung von Bauten, die nicht beendet und/oder gepflegt werden
  • die immer stärker werdende Trockenheit im Süden, verbunden mit viel Staub und damit, dass es keine grünen Pflanzen, geschweige denn Blumen gibt
  • die teilweise sehr schlechten, ausgefransten und mit Schlaglöchern übersäten überregionalen Straßen
  • die Tatsache, dass Radfahren für uns nur selten möglich war aufgrund fehlender halbwegs gut befahrbarer Straßen (und wegen der Tourenräder, die nicht für die marokkanischen Pisten geeignet sind)
  • die geringe Auswahl an Käse und Wurst und auch an wirklich frischem Gemüse und Obst (selbst die Apfelsinen und Mandarinen waren im Süden trocken)
  • die männlichen Jugendlichen, die ihre Kräfte an unserem Auto messen wollten, und die in manchen Gegenden zahlreichen bettelnden Kinder
  • dass an der gesamten Atlantikküste Freistehen nicht erlaubt ist.

Werden wir noch einmal nach Marokko reisen?

Sicher nicht im nächsten, vermutlich auch nicht im übernächsten Jahr. Vielleicht einmal später mit geländetauglichen Fahrrädern….und wenn eine Müllabfuhr installiert ist. Das kann also noch dauern!

An der nördlichen Atlantikküste Marokkos

Urlaubstage am Atlantik

Interessant beladene Fahrzeuge sehen wir auf der viel befahrenen Nationalstraße von Marrakesch nach Essaouira. Für die 160 Kilometer lange Route brauchen wir länger als gedacht. Es ist eine anstrengende Fahrt: Beim Überholen wird nicht geblinkt, überholt wird rechts oder links, Pferdefuhrwerke werden von Fahrrädern und Motorrädern überholt, die Fahrspur wird nicht eingehalten – es herrscht ein freundliches Chaos. Wenn man einmal schneller als 60km / h fahren könnte, kommt sofort eine Geschwindigkeitsbegrenzung mit Kontrolle.

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Von Taroudannt über den Tizi-n-Test nach Marrakesch

Taroudannt

Die Strecke nach Taroudannt führt uns wieder nach Norden, an Tiznit vorbei und weiter über kleinere schmale, teils ausgewaschene, staubige und löchrige Straßen. An einem Stausee mit etwas Wasser geht es vorbei, an Ziegen, die auf Bäume klettern und das wenige Blattgrün abfressen. Die Strecke erscheint uns elend lang und beschwerlich, nicht rechtzeitig sichtbare Querrillen und tiefe Schlaglöcher machen die Fahrt zu einem Höllenritt. Hinzu kommen männliche Jugendliche, die sich mit ihrem Fahrrad lebensmüde vor unseren Camper stürzen oder auch an den Fahrradträger hängen. Bei einer scharfen Bremsung fällt ein Junge herunter und rennt davon, in Bienes Heck prangt eine Beule. Wir haben die Nase voll von der heutigen Fahrt und sind froh, endlich in Taroudannt auf einem etwas abgelegenen Campingplatz anzukommen.

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Nach Tafraoute, durch Schluchten und zum Atlantik

Tafraoute

Nach einer weiteren Nacht in der Stille des Sous-Massa im Anti-Atlas kommen wir in Tafraoute an. Die Stadt liegt in einem weiten Talkessel, der, anders als sonst in Marokko, von Granitfelsen und den von uns geliebten „Kullersteinen“ umgeben ist. Hier beziehen wir für drei Nächte einen stadtnahen Campingplatz, um zu duschen, Wasser zu tanken und um Radtouren zu machen. Ein erster Spaziergang in die kleine, lebendige Stadt vermittelt einen überaus positiven Eindruck. Deutlich weniger Müll liegt im Straßengraben, Straßen und Wege sind mit Palmen und Mandelbäumen bestanden, sogar Blumen schmücken einige Plätze. Die Häuser wirken wohlhabender und sind in den Farben der umgebenden Berge rosa-braun angestrichen, und deutlich weniger Bauruinen stehen in der Stadt und der Umgebung. 

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Von Azrou in die Sandwüste Erg Chebbi und in die Todrha- und Dades- Schlucht

21. Dezember

Kurz hinter Azrou auf dem Weg nach Ifrane übernachten wir auf dem schlichten Campingplatz Amazigh für 50 MAD (etwa 4,50€). Morgens ist es auf dieser Höhe (1700m) nur wenig über 0 Grad. Als die Sonne ein wenig wärmt, machen wir uns auf den Weg in den Parc National Ifrane mit dem großen Zedernwald. Hier wandern wir unter den riesenhaften Bäumen hindurch. Die hier lebenden Berberaffen bekommen wir nicht zu Gesicht, nur einige Mineralienhändler und Wanderführer mit Pferden tummeln sich auf dem Parkplatz.

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Erste Tage in Marokko: Von Ceuta über Chefchaouen nach Meknes

Schneller als gedacht stehen wir in der kurzen Warteschlange für die Fähre, die uns von Algeciras nach Ceuta bringen soll. Innerhalb einer weiteren halben Stunde legt das Schiff ab und bringt uns in 40 Minuten hinüber in die spanische Exklave.

Von Ceuta aus sind es noch etwa 20 Minuten Autofahrt bis zur marokkanischen Grenze – und hier beginnt die Warterei. Etwas chaotisch „ungefähr vierspurig“ stehen die Autos vor den Grenzhäuschen, viele mit laufendem Motor. Ein ungeduldiger junger Mann macht uns darauf aufmerksam, dass wir doch weiterfahren könnten, es ist noch eine halbe Fahrzeuglänge Platz vor Biene…

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