Vom Alentejo über Spanien, Frankreich und Belgien zurück nach Deutschland

16. März

Glücklicherweise gelingt es uns, mit dem zugesandten QR-Code die Schranke des Stellplatzes am Barragem zu öffnen. Wenig später parken wir in Castelo de Vide am Ortseingang, um durch den auf einem Berggrad liegenden Ort mit seinen steilen Gassen zu schlendern und das alte Castelo zu besuchen. Ein hübscher Ort, belebt und quirlig an diesem Morgen, mit etlichen Hotels, einige im Jugendstil erbaut, und einem kleinen Park. Die Burganlage am Ende des Bergsporns umfasst etliche noch bewohnte kleine Häuser und bewirtschaftete Gärten sowie die Überreste einer Kirche und einige verfallende Gebäude. Der Burgturm ist frisch renoviert und zugänglich – natürlich klettern wir hinauf und genießen den Ausblick in alle Richtungen.

Bei Marvao überqueren wir gegen Mittag die Grenze nach Spanien. Ein kleiner Abstecher in das nach Portugal hineinragende spanische Land-„Dreieck“ reizt uns, aber nach zwanzig Kilometern stellen wir fest, dass sich dieser Umweg nicht lohnt: Die Straße ist relativ stark befahren, die Umgebung immer gleichbleibend eintönig. Vor Caceres, bei Aliseda, übernachten wir auf einem kleinen Berg mit Aussicht auf den Embalse de Aliseda.

Übernachtungsplatz am Mirador Aliseda

Nach Salamanca geht es über wenig befahrene Straßen am nächsten Tag zügig weiter. Der Parkplatz unter der Brücke am Innenstadtrand ist nicht schön und komfortabel, aber stadtnah und nachts relativ ruhig. Beim Aussteigen ist es schon merklich kühler  – die Stadt liegt auf über 800m Höhe in der Iberischen Hochebene – und leider fängt es beim Rundgang auch an zu regnen.

Übernachtungsplatz

Dennoch: Wir sind beeindruckt von der Stadt in Sandstein. An der alten Römerbrücke vorbei geht es in die Stadt. Etliche der mächtigen Gebäude stammen aus dem 16. Jahrhundert, als die Stadt ihre Blütezeit erlebte, so auch die riesige Kathedrale und die Universität. Heute studieren hier über 40000 Menschen, was der Stadt ein junges lebendiges Gepräge gibt.

Die Placa Mayor ist riesig, bei dem Regenwetter aber menschenleer. Vorbei an der Casa de Conchas, einem mit Sandsteinmuscheln verziertem Haus – machen wir einen Bummel durch die Stadt mit ihren zahlreichen Läden mit den verlockendsten Leckereien wie Empanadas, Hornazo und Süßigkeiten wie Mandel- und Nougatspezialitäten– Einiges müssen wir einfach probieren.

Placa mayor

Die Casa Lis mit dem Jugendstil- Museum besichtigen wir, bevor wir die Nacht unter der Brücke verbringen. Don Miguel de Lis, ein Kaufmann aus Salamanca, hat das Gebäude Anfang des 20. Jahrhunderts im Jugendstil ausbauen lassen. Besonders beeindruckend sind die farbige Glasdecke und die Fensterwände, doch auch die Ausstellungen zu Spielzeugen, Gemälden, Möbeln, Nippes, Schmuck im Jugendstil sind interessant.

18. März

Über 300 Kilometer fahren wir heute durch Spanien, lassen Valladolid und Burgos hinter uns und suchen schließlich einen ruhigen Nachtplatz in der Nähe von Obarenes am Rande des Parc Natural de Montes Obarenes-San Zadornil auf. Neben der Kirchenruine auf einem Hügel haben wir wieder mal einen schönen Blick rundum. Zwei Nächte verbringen wir hier, am zweiten Abend bekommen wir noch Besuch von Freunden aus Fulda und verbringen einen schönen gemeinsamen Abend.

Trotz des unbeständigen und kühlen Tagesbeginns wagen wir von hier aus eine große Radtour durch den Naturpark, zunächst steil bergauf über einen Bergzug. Im Verlauf der Tour klart es immer mehr auf, und auf der Strecke bergab nach Frias kommt schließlich die Sonne hervor, so dass es ein wenig wärmer wird.

Neben der Eremita de Santa Maria de la Hoz, an diesem Sonntag ein beliebtes Ausflugsziel, machen wir Pause an den hübschen Wasserfällen und radeln dann Richtung Ebro- Tal weiter.

Das Castillo in Frias besticht durch seine außergewöhnliche Lage und die Form des Turmes auf dem Felsen. Kurz nach Frias radeln wir über die wenig befahrene Straße am Ebro entlang. Zwischen hohen Felswänden quetscht sich der Fluss hindurch und bildet hier den Ebro- Stausee Embalse de Sobron.

Tags darauf verlassen wir den Nachtplatz und fahren nur eine Stunde weiter bis hinter Vitoria-Gasteiz an den Stausee mit dem interessanten Namen Embalse de Ullibarri-Gamboa. Eine letzte Radrunde soll uns um den See führen, bevor wir endgültig in das riesige Schlechtwettergebiet über Frankreich und Deutschland einreisen.

und tschüss!

Über die Zwischenstationen Barbezieux-St. Hilaire und Angoulème geht es zügig bis St. Gaultier an der Creuse – diese Gegend wäre in wärmeren Zeiten noch einmal einen längeren Besuch wert.

Einmal übernachten wir an der Seine und besuchen hinter der belgischen Grenze die kleine Stadt Bouillon – ein Wiedersehen; hier haben wir schon einmal übernachtet.

Von hier aus bringen wir die letzte Etappe der Reise zügig hinter uns – die schönsten und farbigsten Regenbögen zeigen den nahenden April.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert