Rund um Fünen

Am 12. Juli fahren wir weiter nach Fünen. Über die alte Brücke über den Lillebaelt geht es nach Middelfart. Eigentlich hatten wir im Sinn, an Seilen – wie in einem Hochseilgarten – über die Brücke zu gehen, doch der „Bridgewalking“ ist uns mit über 50€ pro Person definitiv die Sache nicht wert.

Also fahren wir weiter an die Nordküste Fünens bis nach Bogense. Hier finden wir einen einsam gelegenen Stellplatz bei Noerreby am Meer, außer uns ist nur ein Wohnmobil da. Eine ältere Dame verdient sich mit der Wiese neben ihrem Haus ein kleines Zubrot. In ihrem Garten dürfen wir Kirschen pflücken, so viele wir wollen. Sehr ruhig und friedlich ist es hier!

Eine erste Erkundungstour führt uns an etlichen massiv wirkenden Kirchen vorbei, an der Nordküste entlang mit Rückenwind bis zur Landzunge und dem Naturschutzgebiet Enebaerodde. Schöne Badestrände und hübsche Ferienhaussiedlungen gibt es hier, die nicht überlaufen sind.

Über die Hofmansgave in Otterup, einem riesigen Hof mit angeschlossenem Kartoffelmuseum, führt der Weg über Kopfsteinpflaster und weiter durch Wiesen bis zum Yachthafen Otterup.

Hofmansgave
Yachthafen Otterup

Richtung Nordwesten müssen wir zurück. Nun sehen wir die Windräder nur noch von hinten, bei 55km/h Gegenwind kämpfen wir trotz der E-bikes gegen den Wind.

Über schmale Straßen geht es durch die Felder, an Estruplund vorbei, einem riesigen Hof, dessen Hauptgebäude 1863 erbaut wurde.

Unterwegs kaufen wir noch zwei Päckchen Butter à 200 Gramm für 8,50€ – die Preise in Dänemark sind um Einiges höher als in Deutschland! Auch andere Lebensmittel sind deutlich teurer als bei uns – allerdings liegt auch das durchschnittliche Jahresbruttoeinkommen höher als in Deutschland, wikipedia behauptet, beides läge um 36% höher. Lediglich die Immobilienpreise befinden sich auf einem halb so hohen Niveau wie in Deutschland – und es gibt viele Häuser, die zu verkaufen sind!

Auf Fünen sehen wir nicht mehr ganz so große, luxuriös und stilvoll renovierte Höfe wie in Südjütland, aber immer noch gibt es große Höfe inmitten der weiten Felder.

Eine der typischen Wohnhausformen hier auf Fünen (aber auch schon in Jütland) ist ein anderthalbgeschossiger symmetrischer Bau mit einem Giebel in der Mitte, meist aus Klinkersteinen oder Holz. Doch auch die reetgedeckten Häuser gibt es hier noch häufig.

Da am nächsten Tag immer noch sehr starker Wind weht und dazu Regenwolken aufziehen, beschließen wir weiterzufahren und uns in Odense das Freilichtmuseum „Den Fynske Landsby“ anzusehen. Hier sind etliche kleinere und größere Drei- und Vierseithöfe aus Fünen im Zustand des 19. und frühen 20. Jahrhunderts aufgebaut worden. Die Höfe wirken zum großen Teil wie bewohnt. Alle Gärten sind bewirtschaftet, das Gemüse wächst üppig, eine Menge Tiere bevölkern die zugehörigen Felder und Wiesen.

Im Inneren der Wohngebäude wirken die Alkovenbetten sehr gemütlich. Jedes Haus hatte zusätzlich zur Kochstelle einen Brotbackofen mit angeschlossenem Heißwasserkessel. Der reiche Pfarrhof besaß sogar eine „Dusche“, und die Gastwirtschaft wartete mit einer Kegelbahn im Garten auf.

Bei der Weiterfahrt nach Lundeborg an der Ostküste Fünens amüsieren wir uns über die bildhafte Sprache, die die Straßenschilder begleitet: „bump“ ist ein Hügel in der Fahrbahndecke, „swing“ eine Kurve.

In Lundeborg fahren wir den Stellplatz im Hafen an, mit 21€ einer der teuersten Plätze bisher. Hier stehen deutlich mehr Wohnmobile als an den vorherigen Plätzen, die Aussicht auf den Hafen ist schön, das Wetter allerdings trüb und kühl.

Von Wolken, Kälte und viel Wind lassen wir uns am folgenden Tag nicht abhalten von einer letzten ausgedehnten Radtour durch Fünens Südosten. Von Lundeborg geht es an der Küste entlang bis fast nach Svendborg, dann durchs Landesinnere an Wassermühlen, an Reisenden mit Planwagen, Gutshäusern wie Hesselagergaard und weiten Feldern vorbei wieder nach Norden.

Von Weitem können wir die Brücke, die Fünen mit Seeland verbindet, die Stoerebeltbrücke, erkennen.

Stoerebeltbrücke

Als wir uns nachmittags in Biene aufwärmen, füllt sich der Hafenstellplatz schnell, und letztlich müssen etliche Wohnmobile wieder kehrt machen. Die schleswig- holsteinischen Sommerferien haben begonnen, und zudem ist Wochenende. So fahren auch wir am nächsten Tag weiter. Der Wunsch nach einer Besichtigung von Schloss Egeskov vergeht uns schnell, als wir die Preise sehen. Der Schlossbesuch soll 52€ pro Person kosten, allein der Parkbesuch ohne Schlossbesichtigung 27€. Da bleibt uns nur übrig, einen Blick durch die (fast) jeden Blick verwehrenden Heckengänge zu werfen, während die dänischen Familien zuhauf die Anlage stürmen.

Nachmittags finden wir eine einsame Bleibe für die letzte Nacht in Dänemark, auf dem mit 128m dritthöchsten Berg Fünens, dem Trebjerk bei Hastrup. Ein kleiner Spaziergang hinauf bietet schöne Aussichten über das Land und die Helnaes Bucht mit den vorgelagerten Inseln bis nach Jütland.

Es wird Zeit, nach Hause zu fahren. Wir verabschieden uns von Fünen und fahren – entgegen der Urlauberwelle, die im Stau nur langsam nach Norden rollt, wieder nach Deutschland. In Adendorf bei Lüneburg machen wir ein letztes Mal Halt, radeln nach Lüneburg und genießen die Stadt mit ihren wunderschönen alten Bauwerken und die laue Sommerabendluft bei einem Wein am Stintmarkt.

Ab in die Berge… und in die nordwestlichste Ecke des Peloponnes

25. Januar

Über die Küstenstraße fahren wir zunächst nach Norden und dann ab Tholo die schmalere Bergstraße nach Osten bis Platania. Die Fähre nach Bari ist gebucht, und die letzten Tage auf dem Peloponnes wollen wir zumindest zum Teil noch einmal in den Bergen verbringen.

In dem Bergdorf Platania beginnt eine Wanderung zu den Neda- Wasserfällen, die wir machen möchten, allerdings verkürzen wir diese Wanderung angesichts des sehr steilen Abstiegs und fahren über eine ausgewaschene Schotterstrecke hinunter in die Neda- Schlucht. Parken können wir auf halbem Wege in einer breiten Kurve für die Nacht. Von hier aus laufen wir den Rest des Weges, der zu einer alten Steinbogenbrücke führt.

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