Im südlichsten Zipfel Montenegros

30. Oktober

Wie seit fast drei Wochen begleitet uns auch heute die Sonne, als wir den Wiesenplatz am Rijeka Crnojevica verlassen. Die Strecke, die wir schon mit dem Fahrrad erkundet haben, fahren wir nun mit Biene bis nach Virpazar. Der im Reiseführer beschriebene „hübsche Anblick rustikaler Steinhäuser“ und des Partisanen-Denkmals wird wortwörtlich von einer riesigen Bauruine aus Beton überschattet, die mitten im kleinen Zentrum am attraktivsten Platz thront und den Ort verschandelt. Über den zum See führenden Fluss gibt es noch eine alte Steinbrücke und unzählige Boote, die darauf warten, dass sich die wenigen Touristen für eine Bootstour auf dem See entscheiden. Entscheidungshilfen möchten deren Besitzer geben, die uns aufdringlich ansprechen. Hier haben wir nichts verloren und machen uns mit Biene auf den Weg über die Bergflanke.

Virpazar, alte Steinbrücke
„Im südlichsten Zipfel Montenegros“ weiterlesen

Einmal Durmitorgebirge und zurück

17. Oktober

Für den heutigen und die nächsten vier Tage ist im Bergland Montenegros sonniges Wetter und Temperaturen bis 13 Grad gemeldet. Wir wollen diese Tage nutzen, um die Gegend im Norden und Nordosten rund um das Durmitorgebirge kennen zu lernen.

Über eine gut ausgebaute Verbindungsstraße fahren wir über das Orjen- Gebirge Richtung Niksic. Aus der Höhe können wir einen großen Teil der Bucht von Kotor noch einmal anschauen. An jeder Haltebucht wird gehalten, die Ausblicke sind immer noch beeindruckender.

Unmittelbar vor die Füße darf man allerdings an keinem Rast- und Halteplatz sehen, trotz etlicher herumstehender Müllcontainer sammelt sich hier achtlos weggeworfener Müll, von Plastik über Papier und Pappe bis zu Exkrementen.

„Einmal Durmitorgebirge und zurück“ weiterlesen

Von Omis bis in die Bucht von Kotor

In der Nacht auf den 12. Oktober stürmt die Bora mit Macht, so dass ich Angst habe, dass die Äste der Pinien über Biene abbrechen oder das rostige Schild daneben abbricht und auf unser Auto fällt. Biene wackelt bei jeder Böe stärker, der Wind heult und tobt. Freunde flüchten noch in der Nacht von ihrem Platz in der Sorge, dass ihr Wohnwagen umgeweht wird. Wir verlassen den Platz beim Hellwerden.

Um dem Starkwind zu entgehen, wählen wir einen Weg, der hinter der ersten Bergkette entlang führt. Von Omis fahren wir am Fluss Cetina entlang, in vielen Kehren hinauf und wieder herunter, bis Zadvarge. Auf dem Markt verbrauchen wir unsere allerletzen Kuna für etwas Obst und ein neues Messer, dann geht es wieder zur Küste hinunter. Der Wind hat sich gelegt – oder wir sind der windigsten Ecke entflohen.

„Von Omis bis in die Bucht von Kotor“ weiterlesen