Herbstreise 2026 nach Rumänien

Nach langen Monaten geht wieder los auf eine große Reise!

In den nächsten Wochen wollen wir die Wärme in den hiesigen Breitengraden noch nutzen. Nach vielen Wochen Trockenheit regnet es allerdings am Abfahrtstag.

Über Quedlinburg nach Leipzig und ins Elbsandsteingebirge

18.- 22. August

Den ersten Stopp mit Übernachtung machen wir in Quedlinburg. Das hübsche Städtchen am nördlichen Harzrand ist einen ausgiebigen Rundgang wert. Die kopfsteingepflasterten Gassen und die vielen, oft mehrere Hundert Jahre alten Fachwerkhäuser sowie der Schlossberg mit der Stiftskirche sind sehr sehenswert.

Weiter fahren wir am nächsten Tag bis Leipzig, wo wir auf einem Stellplatz sechs Kilometer außerhalb der Innenstadt übernachten. In die Stadt hinein geht es mit den Fahrrädern überwiegend über Hauptverkehrsstraßen – anstrengende Kilometer, weil es wenig Radwege gibt. Zudem fahren die städtischen RadfahrerInnen ungewohnt waghalsig. Wir radeln oder schieben durch die Innenstadt und besichtigen den Marktplatz mit dem Alten Rathaus, das Gewandhaus mit dem Mendebrunnen, die Thomaskirche und die Nikolaikirche, den Burgplatz mit dem neuen Rathaus und viele schöne Stadthäuser. Das neue Paulinum, Hauptgebäude der Universität Leipzig, gefällt mir besonders.

Am 21. August beziehen wir für die kommenden drei Tage und Nächte den Stellplatz „Ferienhof zum Festungsblick“ in der Sächsischen Schweiz, ein Platz ohne Service und etwas abseits, aber wunderbar ruhig gelegen mit tollem Ausblick auf den Lilienstein und die Festung Königstein für nur 10€.

Von hier aus radeln und wandern wir zu den „Schwedenlöchern“, einer Felsenschlucht zwischen dem Amselgrund und der Bastei im Elbsandsteingebirge. Der Name stammt aus dem 30jährigen Krieg, in dem sich die Bewohner des naheliegenden Dorfes hierhin zurückzogen, um sich vor plündernden schwedischen Soldaten zu schützen.

Anderntags machen wir einen Ausflug an der Elbe entlang und radeln bis zur tschechischen Grenze nach Schmilka, dort setzen wir mit der kleinen Fähre auf die linke Elbseite über und fahren von hier über die Hochebene zurück zur Elbe und zur Festung Königstein.

Die Festung Königstein ist eine der größten Bergfestungen Europas. Das Felsplateau des Tafelberges erhebt sich 240m über der Elbe – heute führt ein Aufzug vom Grund der Burg bis auf das Plateau – zum Glück, denn hier hinauf zu radeln ist bei der herrschenden Hitze eine Herausforderung. Schon im 11. Jahrhundert wurde hier eine Höhenburg errichtet, ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Festung immer weiter ausgebaut und gleicht heute einer Garnisonsstadt. Der Gang um die Festung herum ist 1800m lang, der Brunnen innerhalb der Anlage ist mit 152m der zweittiefste Burgbrunnen Europas.

Die sächsischen Herzoge und Kurfürsten nutzten die Festung als Zuflucht in Kriegszeiten, eine militärische Bedeutung hatte sie hingegen kaum. Sie wurde nie eingenommen, zu abschreckend soll ihr Ruf gewesen sein. Lediglich der Schornsteinfeger Sebastian Abratzky kletterte 1848 an einer der senkrechten Felsmauern in einer Felsspalte hoch zum Plateau.

Da der schwere lokale Sturm vor drei Wochen genau hier im Elbsandsteingebirge die Bäume entlang der Wanderwege zu den Schwedenlöchern und zur Bastei entwurzelt und durcheinander geworfen hat und die Aufräumarbeiten noch andauern, sind nur wenige Wege zu begehen. So kommt es, dass wir mit Tausenden anderer Touristen gleichzeitig die Bastei von Rathen aus erklimmen. Unglaublich, wie der Tourismus zugenommen hat! Aber wir gehören dazu…

Dennoch sind die riesigen, etwa 190m über der Elbe liegenden Felsformationen und die Aussichten sehenswert. Bereits seit 1850 ist die Bastei ein Touristenmagnet, die Basteibrücke, die mit sieben Bögen die „Mardertelle“ überspannt, ist ebenfalls in jenem Jahr gebaut worden.

In Tschechien

Die Herrenhausfelsen

Am 23. August starten wir morgens zu unserem ersten Ziel in Tschechien. Über eine sehr schmale, einsame und schöne Bergstrecke geht es über Janov und Ruzova zu den Herrenhausfelsen. Dieses Naturdenkmal ist eine etwa 30m hohe Basaltstein- Erhebung, deren Säulen senkrecht oder etwas schräg aus dem Boden aufragen. Sie sind durch vulkanische Vorgänge entstanden, heute kann man darauf herumklettern.

Für die Weiterfahrt in die Hauptstadt Tschechiens wählen wir eine Strecke über Nebenstraßen, da wir keine Vignette für Tschechien gekauft haben und eine gemächlichere Fahrt genießen wollen. Das erweist sich als recht anstrengend, da die Geschwindigkeit in den Straßendörfern oft auf 30km/h begrenzt ist. Kurz vor Prag lenkt Google Maps uns dann doch durch eine unklare Ansage auf die Autobahn – was ein sehr teures Versehen werden könnte. Die nächste Abfahrt ist erst 8 Kilometer entfernt, und diese 8 Kilometer müssen wir auch wieder zurück fahren. Ohne Vignette kann das bis zu 6000€ kosten – es bleibt die entsprechende Post abzuwarten.

In Prag bekommen wir auf einem einfachen Campingplatz auf einer Moldauinsel einen der letzten Stellplätze für umgerechnet knapp 30€ / Nacht. Von hier aus können wir am nächsten Morgen mit dem Fahrrad an der Moldau entlang in die Stadt radeln.

Radweg an der Moldau

Eine beeindruckende Stadt: Unendlich viele historische Prachtbauten, riesige und kleinere schöne Plätze, eine herrlich farbige alte Synagoge, interessante Museen, ein viel bevölkerter Burghügel mit Dom und Schloss… und jede Straße, jeder Weg ist mit Kopfsteinen gepflastert, so dass nach 25 Kilometern der Po schmerzt. Vielfach muss man aber auch schieben, Radständer zum Abstellen gibt es kaum. Abends haben die Eindrücke und die vielen Menschen uns erschöpft – ein Tag Großstadt reicht.

im Illusions-Museum

Zwei Tage am See bei Telc

An einem kleinen See nördlich von Telc im Süden Tschechiens finden wir einen einfachen, aber schön gelegenen Campingplatz. Der See lädt zum Baden ein – fast wie im Urlaub!

Auf einer kleinen Tour erkunden wir die Umgebung. Dichte dunkle Nadelwälder begleiten uns, zudem geht es häufig steil oder lange bergauf und bergab. Dann wieder genießen wir die Ausblicke über die vielen Seen und die Wiesen. Interessant ist auch die Fahrt durch die Dörfer: Alle haben einen großen Dorfteich, die meist eingeschossigen Häuser liegen fast immer an der einzigen Durchfahrtsstraße und sehen sich alle – egal ob älter oder neuer –  ähnlich.

Zum Abschluss unseres kurzen Tschechien- Aufenthaltes besuchen wir die Stadt Telc. Die Innenstadt gehört zum Weltkulturerbe und ist ein schönes Beispiel für italienische Renaissance-Architektur nördlich des Alpenraumes. An dem langen Hauptplatz, der an einem Ende ein Dreieck bildet, steht ein einzigartiges Ensemble von Bürgerhäusern.

Nur 25 Kilometer weiter südlich liegt die Grenze zu Österreich, die wir am nächsten Tag überqueren.